Es gibt bestimmte Wörter, die in unserer Umgangssprache verwendet werden, wo man denken könnte, jeder wüsste was sie bedeuten. Im Prinzip hat man schon eine Ahnung, was man sich darunter vorstellen kann, aber konkretes Hintergrundwissen ist eigentlich überhaupt nicht vorhanden. Beispiele wären Rohstoffe wie Eisen oder Gold. Klarerweise weiß man, was mit diesen beiden Dingen gemacht wird und welche Gegenstände daraus gebaut werden. Weiter ist die gesellschaftliche Zuschreibung bekannt: Das eine ist so gut wie gar nichts wert und das andere macht einen in bestimmten Fällen zum Millionär. Aber hat man in der Schule nie Chemie und Physik gehabt oder zumindest nicht aufgepasst, bleibt einem dieses Wissen verwehrt. Auf dieser Webseite soll der Rohstoff Lehm näher behandelt werden und in diesem Zusammenhang auch seine Bestandteile. Denn auch Lehm ist ein Wort, mit dem kein Muttersprachler ein Problem hat. Aber was ist das eigentlich?

Zunächst bezeichnet das Wort eine Bodenart, die man nicht lange suchen muss. Denn sie ist eine der häufigsten Bodenformen überhaupt. Deshalb hat sich das Wort auch in unserer Sprache so stark verankert. Früher wurde es noch häufiger verwendet, heute ist man von Lehm als Baumaterial wieder ein wenig abgekommen. Aber ein neuer Trend ist bereits im Anmarsch.

Verschiedenste Bezeichnungen

Der Lehm ist ein Gemisch aus verschiedenen Stoffen und sozusagen ein Abfallprodukt. Am Anfang steht die Verwitterung verschiedener Gesteinsarten. Diese einzelnen Arten vermischen sich dann und ergeben den Lehm. Aber auch die einzelnen Ablagerungen der Gesteinsarten können zu der Bildung von Lehm führen. Deshalb gibt es auch Bezeichnungen für die einzelnen Entstehungsarten. Diese sind Berglehm, Gehängelehm, Geschiebelehm, Lösslehm oder Auenlehm.

Allerdings ist es nicht genau festgelegt in welchem Missverhältnis die einzelnen Materialien zueinander stehen. Genauso wenig ist es wichtig wie groß die einzelnen Körner sind. Häufig wird von dem idealen Lehm gesprochen. Dieser beinhaltet etwa die Hälfte Sand (es können genauso gut einzelne Kies- und Steinteile enthalten sein), ein Viertel Schluff und ein weiteres Viertel Ton. Weitere Bestandteile sind aber auch Tonminerale und Eisen.

Das ist auch der Grund, wieso der Lehm verschiedene Farben annehmen kann. Meistens ist er bräunlich und gräulich aber etwa durch einen hohen Eisenanteil verändert sich seine Erscheinung. Er kann dann leicht rötlich sein. Das ist aber nicht die einzige Möglichkeit. Kalk bewirkt einen Farbton, der ins Gelb hineingeht. Wenn man einen braunen Lehm sieht, weist er höchst wahrscheinlich einen sehr hohen Anteil an Mangan auf.

Lehm als Nährstoff

Aufgrund dieser verschiedenen Bestandteile ist er ein sehr nährstoffreicher Boden und wird von Bauern gern als Ackerland genutzt. Außerdem ermöglicht er durch seine Dichte auch, dass Wasser lange im Boden bleibt und nicht absickert. In Sachen Lehm gibt es aber noch viel mehr Unterscheidungen. Denn Lehm ist nicht gleich Lehm. Sobald er sehr kalkartig ist, wird er als Mergel bezeichnet. Je nach Tonanteil bezeichnet man die Art entweder als fett (viel Ton) oder als mager (weniger Anteil). Diese Kategorisierung ist vor allem für den Einsatz als Rohstoff wichtig. Denn Ton bindet im Gegensatz zu anderen Bestandteilen des Lehms sehr gut.