Hausbau mit Lehm

Lehm – Der billige Baustoff, wie er früher gerne genannt wurde, ist heute vielfältig im Einsatz. Es gibt genauso wenig nur ein Anwendungsgebiet, wo der Lehm in Erscheinung tritt und so gibt es auch beim Hausbau mehrere Möglichkeiten wie dieser Baustoff verwendet werden kann.

Vor allem durch die Zusätze, die viele Lehmarten oft beinhalten, ergeben sich viele Bauweisen. Das können Steine, Stroh, Textilfasern, Mineralien, Tierhaare oder andere Steinarten sein. Hier sind aber so gut wie keine Grenzen gesetzt und in der letzten Zeit wurde auch viel experimentiert. Im Prinzip sind es aber drei grundsätzliche und die Unterteilungen schaffen dann erst mehr Möglichkeiten. Im Folgenden soll eine kurze Übersicht über diese Arten aufgelistet werden.

Der Stampflehmbauten ist heute sehr beliebt, aber bei der Verwendung muss man aufpassen. Am besten ist es ihn nur teilweise für einen Wandbau zu verwenden und eine weitere Stütze zu verwenden. Denn Lehm alleine ist oft nicht sehr tragend. Wie der Name Stampflehm schon sagt, wird hier der Lehm gestampft und dann weiterverarbeitet. Anders wie etwa bei Ziegeln ist die Verwendung dadurch schwerer. Bei dieser Bauweise ist es auch Gang und Gebe diverse andere Materialien wie etwa pflanzliche Stoffe einzubauen. Der Aufwand ist aber relativ groß, denn diese Art ist keinesfalls kostengünstig und es wird viel Material benötigt.

Lehmbausteine kann man einsetzen, wenn man den Großteil des Hauses aus Lehm bauen will. Ein normaler Lehmbaustein besteht nämlich aus zwei Hauptbestandteilen: Das ist zum einen der Lehmmörtel und zum anderen sind es Steine. Bevorzugt sollten aber vor allem die Innenwände aus diesem Material sein, denn sie haben keine besonders hohe Traglast.

Eine andere Alternative ist der Leichtlehmbau. Hier ist vor allem die Verbindung mit anderen Stoffen wie Stroh oder Holzhackschnitzeln wichtig. Das erhöht nämlich den Effekt der Wärmedämmung und nebenbei hat es auch noch eine Wirkung als Lärmpuffer. Denn etwa der Lärm vom Nachbarhaus oder von anderen Räumen wird durch diese Wände abgeschwächt.

Oft spricht man aber noch von einer weiteren Unterscheidung. Bei der obenstehenden Erläutern sind die Wörter bereits gefallen: der tragende und der nichttragende Lehmbau. Die tragende Bauweise wird auch als massiv bezeichnet. In die nichttragende Variante fallen vor allem die berühmten Fachwerkhäuser, denn hier wird oft ein Holzgerüst als tragendes Element eingesetzt. In diesem Zusammenhang spricht man auch oft vom Tragerippe-Lehmbau. Ein Vorteil ist dabei, dass der Lehm das Holz konserviert und somit fast nie die Gefahr eines morschen Holzes besteht. In Mitteleuropa wurden früher zahlreiche Fachwerkhäuser erbaut, die Methode des nicht tragenden Baus hat sich allerdings nie richtig durchgesetzt.

Um den Lehmbau auch gesetzlich festzulegen und dafür zu sorgen, dass Lehmbauten auch ordentlich errichtet werden, gibt es so genannte Lehmbauregeln. In Deutschland gibt es sie genauso wie in Österreich. In letzterem Land muss man aber Bauten, bei denen der Lahm als tragenden Element eingesetzt werden soll, anmelden und diese werden vorher überprüft. Daher umgeht man dieses Dilemma oft, indem man Holzbauten einsetzt.