Lehmabbau

Was man eindeutig feststellen kann, ist dass es Lehm so gut wie überall gibt. Man sollte einmal versuchen in seinem eigenen Garten einen derartigen Vorrat zu finden. Mit der Schaufel in der Hand kann es losgehen. Natürlich sollte man dazu wissen, wie Lehm aussieht oder welche Konsistenz er aufweist. Aber selbst dann ist es schwer zu beurteilen, ob der Lehm auch wirklich für den Bau eines Hauses oder zum Beispiel eines einfachen Ofens geeignet ist.

Deshalb gibt es Unternehmen, die das für einen erledigen. Sie bauen Lehm fachgerecht ab ohne zu stark in die Natur einzugreifen und bearbeiten ihn dementsprechend. Am besten ist es aber keine weiteren chemischen Stoffe beizufügen, sondern die beste Konsistenz durch die Auswahl der richtigen Lehmschicht zu erreichen. Somit erhalten die dann die optimale Mischung, die auch als Baumaterial geeignet ist. Sieht man oft abseits von Autobahnen oder ein Stück weit weg von jeglicher Zivilisation Plätze, die auf den ersten Blick wie Plateaus aus Erde aussehen, handelt es sich meist um eine so genannte Lehmgrube. Die Bezeichnung ist aber mehr als irreführend. Denn als Laie stellt man sich darunter eine Grube tief in der Erde vor. So eine, wie man sie vom Abbau vieler Edelmetalle kennt. Zwar wird der Lehm eben auch maschinell abgetragen, aber eben im Tagebau unter offenem Himmel.

Lehmvorkommen

Zwar sind die häufigsten Lehmvorkommen in der Nähe von Bächen und Seen zu finden, aber hier ist der Abbau sehr schwierig. Denn die Bagger und Baumaschinen, die zum Einsatz kommen, können ebenso bei Regen nicht arbeiten. Denn wird der Lehm recht nass, verwandelt er sich in Schlamm und Matsch und ein Durchkommen mit den Baumaschinen ist dann so gut wie nicht möglich. Das ist auch einer der Gründe, wieso im mitteleuropäischen Raum der Lehmabbau bevorzugt von Mai bis September erfolgt. Denn der Niederschlag ist hier verhältnismäßig gering und man hat auch nicht mit dem Schnee und seinem Tau zu kämpfen.

Der Abbau kann beginnen

Verläuft alles nach Plan und ist der Boden trocken kann der Abbau beginnen. Dazu ist die Lehmgrube trichterförmig gestaltet. An jedem dieser Hänge fährt ein Schürfwagen hinunter und kratzt die lose Lehmschicht ab, die daraufhin auf den Boden der Lehmgrube fällt. Dieses Material wird auf einen Lehmberg transportiert, der in der Fachsprache „Miete“ heißt. Ein Löffelbagger vermischt das Ganze noch einmal ordentlich und dann bringen LKWs die Ladung zu einem Ziegelwerk oder einem Platz für die Weiterverarbeitung. Meist werden daraus Ziegelsteine hergestellt und der Lehm dazu noch mit drei weiteren Stoffen vermischt. Zu diesem Thema, also wie ein Ziegelstein hergestellt wird, lesen Sie aber am besten hier auf dieser Webseite weiter.

Das ganze Szenario des Abbaus hat einen Sinn: Nämlich die gleiche Qualität des Lehms zu gewährleisten. Denn schon mit freiem Auge sieht man, dass der Lehmboden verschiedene Schichten hat. Nicht jeder dieser Teile ist zum Einsatz in der Baubranche geeignet. Außerdem hat der optimale Lehm ein hohes Mischverhältnis.

Vergleicht man diese Arbeitsweise mit unseren Vorfahren, ist es ein großer Unterschied. Aber schon sie wussten sich zu helfen und mit ihren zur Verfügung stehenden Mitteln die optimale Arbeitsweise zu wählen. Statt Schürfwagen kam eine Kettenfräse zu Einsatz und der Transport erfolge mit einer Lore. Denn die Lokomotive war damals eines der schnellsten und günstigsten Beförderungsmitteln.