Lehm ist nicht gleich Lehm. Das ist eine Formel, die man sich merken sollte. Denn es existieren viele verschiedene Klassifizierungen dieses Baustoffs. Die einzelnen Qualifizierungen richten sich nach den verschiedensten Kriterien. Beispielsweise behandeln manche die Entstehungsweise während sich andere wieder am Einsatz in der Baubranche orientieren. Einen Überblick über jene Typen zu haben kann nicht schaden. Denn je nach Charakteristika eignen sie sich auch besser bzw. schlechter zum Bauen.

Zunächst soll hier anfangs die Einteilung erwähnt werden, die sich nach der Entstehung richtet. Denn klarerweise gibt es hier sehr viele Unterscheidungen, wenn Lehm kontinuierlich verstreut am ganzen Erdball zu finden ist. Außerdem gibt es kein hundertprozentiges Charakteristika. Man kann etwa nicht sagen, dass er nur in der Nähe von Feuchtgebieten zu finden ist und genauso ist das Gegenteil mit der Bevorzugung von trockenen Orten wenig plausibel.

Anfangen wollen wir mit einer eher seltenen Form, die im Zusammenhang mit Gletschern steht. Bezeichnet wird die Art als Geschiebelehm oder auch in vielen Teilen Blocklehm genannt. Wen das Grundmoränen-Material anfängt zu verwittern, bildet sich dieser Lehm. Soweit muss es aber oft gar nicht kommen. Denn das Gemisch aus Sand und Schluff kann auch schon bei ein einer einfacher Erosion eines Gletschers oder deren Schmelzung zu Tage kommen. Besonders reichhaltig ist das Material in der norddeutschen Landschaft vorhanden. Außerdem ist er sehr oft mit Mergel gespickt und die Größe der Körner kann recht unterschiedlich sein.

Eine weitere Form ist der Auenlehm. Bilden sich in einem Fluss Ablagerungen und bestehen diese aus verschiedenen Materialien wie Feinsand, Schluff oder Ton, dann spricht man von Auenlehm. Er besteht aus vielen Schichten und hat einen wesentlichen Anteil an Humus. Er wäre also auch für die Gartenarbeit mehr als geeignet. Seinen Ursprung hat er vor vielen Jahrhunderten, wenn oft nicht Jahrtausenden gefunden. Die Menschen fingen an ihre Grundstücke zu bewirten und Bäume zu fällen. Somit kam die Erde in Bewegung und das gelockerte Material sammelte sich daraufhin in der Nähe der Flüsse.

Der Berglehm ist ebenfalls aus Verwitterung entstanden nur ist er in einer anderen Zone zu finden, die sich meist in höheren und gebirgigeren Lagen befindet. Eine Ausnahme bildet das europäische Flachland, weil er auch hier zahlreich existiert. Die Vielfalt der Materialien, aus denen er bestehen kann, reichen von Sandstein und Tonschiefer bis hin zu Urgestein-Granit, Gneis oder Syenit. Die Größe und Form der Körner ist sehr unterschiedlich, aber alle Bestandteile haben eine kantige Form. Eine weitere Kennzeichnung ist, dass er auf demselben Gestein lagert, auf dem er entstanden ist.

Die Beschreibung des Gehängelehms ist recht einfach. Denn es handelt sich um Berglehm, der vorhin erläutert wurde. Der einzige Unterschied ist, dass der Gehängelehm in seiner Entstehung abgerutscht ist.

Zu guter Letzt sei auch noch der Lößlehm erwähnt. Bei Löß handelt es sich um einen gelben Feinsand, der viel Kalk und Ton enthält. Will man ihn allerdings in der Baubranche einsetzen, wird man einige Probleme mit ihm haben. Denn er hat oft einen sehr geringen Anteil an Ton, der eigentlich für die Bindung des Materials zuständig ist.