Nachdem hier also schon eine Unterscheidung der einzelnen Arten nach deren Entstehung und nach deren industriellen Bezeichnung vorgenommen wurde, soll aber auch diverse andere Unterteilung Interessierten nicht vorenthalten werden. Es gibt nun viele Ausdrücke, die einzelne Arten bezeichnen, jedoch kann hier kein Schema ausgemacht werden. Manchmal bezeichnet es die Art, wie der Lehm aufbereitet wird und ein anderes Mal ist es die Funktion, die er als Baustoff einnimmt. Es sollen nun einfach einmal einige Ausdrücke angeführt werden, mit denen man des Öfteren konfrontiert werden könnte. Denn im Baumarkt beim Einkaufen oder wenn man sich ein Angebot erstellen lässt, wird bestimmt auch preislich je nach Lehmart unterschieden werden. Ein Vergleichen empfiehlt sich hier auf jeden Fall. Dafür sollte man aber eine Ahnung haben, was die Begriffe heißten. Also einfach mal durchlesen und sich berieseln lassen, vielleicht bleibt ja der eine oder andere Ausdruck hängen.

Sehr oft wird man vielleicht das Wort Grubenlehm hören. Die Beschreibung dahinter ist aber nicht der Rede wert. Denn es handelt sich dabei einfach um eine Art, die etwas feuchter ist und aus einer Lehmgrube stammt. Dabei genügt es aber nicht den oberen Teil der Erde abzuschaben. Denn das Material sollte idealerweise einige Meter unter der Erdoberfläche entnommen werden. In diesen Tiefen hat der Lehm nämlich den Vorteil, dass er so gut wie keine Baum- oder Pflanzenwurzeln enthält und auch genauso wenig Humus beinhaltet. Der Grubenlehm wird in der Weiterbehandlung oft grobkörnig gemahlen um ihn optimal für diverse Zwecke einzusetzen.

Spricht man hingegen von einem Grubenlehm, der schon länger gewonnen wurde und durch diverse Trocknungsprozesse fast nicht mehr feucht ist, wird dieser Trockenlehm genannt. Zudem ist dieser auch schon gemahlen, sodass die Weiterverarbeitung beginnen kann. Zwar ist dieser Begriff nicht unbedingt als Lehm zu klassifizieren, aber trotzdem soll er noch erwähnt werden. Denn im Zusammenhang mit diversen Mischverhältnissen hört man ihn vielleicht manchmal. Es ist das Tonmehl, welches ebenfalls bereits getrocknet und gemahlen ist. Im Prinzip ist es ja auch Lehm, nur enthält dieses eine weitaus größeren Anteil an Ton. Hat man aber etwa einen sehr mageren Baulehm zur Hand, kann die Bindekraft oft zu niedrig sein. In diesem Fall mischt man einfach ein wenig Tonmehl bei, denn dieser Stoff hat bindende Wirkung.

Wer Lehm verwendet, baut umweltfreundlich. Denn es handelt sich um reines, natürliches Material, das der Umwelt nicht schadet. Aber auch in der Lehmbranche versucht man möglichst umweltfreundlich zu arbeiten. Es gibt nämlich den so genannten Recyclinglehm. Er wird aus bereits verwendetem Baustoff gewonnen. Dazu werden beispielsweise alte Häuser, die aus Lehm gebaut wurden, abgerissen und deren Teile getrocknet und zerkleinert. Damit kann eine Weiterverarbeitung ermöglicht werden. Natürlich sollte vorher geklärt werden, ob das abgerissen Haus im guten Zustand war. Denn haben sich hier bereits Schwämme und Schimmel gebildet, ist der Lehm nicht mehr zu gebrauchen. Aber dieser Recyclinglehm ist natürlich finanziell auch ein wenig billiger, allerdings kann es beim Bau hier auch einfacher zu Komplikationen kommen. Jeder sollte eben selber entscheiden, wie er damit umgehen will und ob er dieses Risiko eingehen will.