Gleich zu Beginn sollte etwas sehr Essentielles angemerkt werden: Egal ob beim Bauen mit Lehm oder mit anderen Rohstoffen, sollte man sich die möglichen Förderungen ansehen. Denn oft vergisst man im Trubel der Planung ganz darauf, sich bestimmte Teile der Baukosten fördern zu lassen. Die Fördertöpfe ändern sich von Jahr zu Jahr und das sowohl in Österreich als auch in Deutschland.

Gefördert wird aber auch nicht alles, was erbaut werden sollte. Es muss ich um handfeste Bauvorhaben handeln und oft sind es die thematischen Förderungen, die am meisten abwerfen. Zurzeit sind es vor allem jene Errichtungsweisen, die auf die Umwelt und Ökologie Rücksicht nehmen. Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind zwei wichtige Schlagwörter. Hier gibt es auch für das Erbauen von Lehmhäusern die Möglichkeit sich zu informieren. Unter Umständen gibt es eine aktuelle Aktion und die Chancen stehen gar nicht so schlecht, dass man einen Teil der immensen Kosten zurückerstattet bekommt.

Aber wie steht es nun mit den Kosten eines Lehmhauses? Ist diese Art der Umwelteffizienz noch immer schwer zu finanzieren oder besteht heute schon eine Möglichkeit sich dafür auch ohne saftiges finanzielles Polster zu entscheiden? Die gute Nachricht ist ja.

Paradoxes rund um Lehm

Der Baustoff Lehm hat nämlich etwas Paradoxes in sich. Der Baustoff an sich ist nämlich sehr billig und kommt auch so gut wie überall vor. Wenn man Glück hat, befindet sich vielleicht eine Grube in der Nähe des Bauplatzes, wo der Rohstoff abgebaut wird. Man braucht nur in seinem eigenen Garten oder am Bauplatz zu graben und findet das Material wahrscheinlich auch selbst. Aber genau mit dieser Erkenntnis fangen auch schon die Schwierigkeiten an. Viele Häuslebauer haben dann die Vorstellung, dass das was sie für den Kellerbau ausschaufeln, gleich zum Hausbauen verwenden kann. Es wird jedoch vergessen, dass es unendlich viele Arte von Lehm gibt und dieses Bauvorhaben verhältnismäßig wenig genormt ist. Hier kommt auch schon die Kehrseite der Medaille in Spiel: Dadurch, dass es sehr kompliziert ist, werden Experten und Architekten benötigt, die speziell den Lehmbau im Fokus haben. Diese sind meistens teuer und treiben den Preis eines solchen Hauses in die Höhe.

Do-It-Yourself

Der Slogan „Do-It-Yourself“ kann beim Lehmbau aber Hand in Hand mit Expertenwissen eingesetzt werden. Man versucht bestimmte Dinge in Eigenregie zu machen und jene, die es wissen, unterstützen einen dabei. Lehm ist außerdem geduldig und verzeiht Fehler, die schnell und einfach wieder ausgebessert werden können.

Genauso gut ist ein Untergrund der aus Lehm besteht, oft zu locker und feucht und das Haus braucht dann zusätzliche Stützen, was natürlich ebenfalls wieder teurer wird.

Als Resümee kann man festhalten, dass ein Lehmhaus im Schnitt um zehn Prozent teurer ist, als ein gewöhnliches Haus aus Ziegeln. Wer aber fleißig selbst Hand anlegt, kann sich wiederum etwas ersparen. Und für all jene, die noch ein kleines Kostenzuckerl hören wollen: Spätestens beim Eintrudeln der ersten Energierechnung wird man sich freuen, denn die Heizkosten sind oft viel geringer als normal.