Lehm ist überall vorhanden. Man braucht nur in den eigenen Garten zu gehen und lang genug graben bis man auf Lehm stößt. Wieso sollte man den Lehm dann teuer von einem Händler beziehen, wenn er doch so nahe ist? Wieso also nicht diesen gewissermaßen in Eigenproduktion gefundenen Baustoff verwenden? Hier spricht vieles dagegen, denn Lehm ist ein sehr sensibler Baustoff. Lehm ist nicht gleich Lehm und der richtig gute muss viele Eigenschaften erfüllen um beim Hausbau eingesetzt zu werden. Für einzelne Bauweisen mit Lehm wird auch ein unterschiedlicher Lehm gebraucht. Im Einzelfall kann dann noch mit der Beimischung bestimmter Substanzen nachgeholfen werden. Beispielsweise geht es um Eigenschaften wie die Bindekraft oder Trockenheit. Deshalb gibt es einzelne Messverfahren, die feststellen ob sich ein bestimmtes Material auch zum Bauen von Häusern eignet. Anbei ein paar Beispiele wie man so ein Prüfverfahren durchführen kann.

Kugelprobe

Ein sehr altes und traditionelles, aber durchaus effizientes Mittel, ist die Kugelprobe. Indem man gesiebten Lehm mit Hilfe von Wasser formt und zu einer Kugel macht (diese sollte man so ungefähr acht Tage lang trocknen lassen), kann man durch einen Wurf von zwei Meter Höhe auf die Erde folgendes Feststellen: Je nachdem ob er zerbricht oder nicht, ist er dann für den Lehmbau geeignet. Am besten ist es wenn er nur um etwa fünf Zentimeter eingedrückt wird. Aber auch wenn die Kugel in mehrere Teile zerspringt, ist das in Ordnung. Sie sollte sich nur nicht in viele kleine Teile lösen. An den Rissen kann man außerdem noch feststellen, welche Stoffe der Lehm hat. Ob er fett oder mager ist und für drinnen oder draußen benutzt werden kann.

Abriebtest

Eine Weiterführung des Kugeltest ist der Abriebtest. Mit der bereits gestalteten Kugel kann man nochmals prüfen oder sich versichern, wie der Lehm zum Bauen geeignet ist. Man nimmt den Daumen und drückt ihn in die Kugel. Man muss stark drücken und sollte dann darauf achten wie sich der Lehm löst. Sind es kleine Körner, die abbröseln, dann ist es perfekt.

Schlämmprobe

Um zu sehen, welche chemischen Bestandteile der Lehm hat, braucht man nicht unbedingt in das Labor zu gehen. Auch hier gibt es eine Methode, wie man das einfach und schnell feststellen kann. Natürlich würden die Ergebnisse eines Labors bestimmt genauer sein, aber als Bauherr will man ja auch oft nur ungefähr wissen, ob die Verteilung der Substanzen stimmt. Dafür sammelt man 100 Gramm und gibt ihn zusammen mit Wasser in ein Glasgefäß. Es sollte so groß sein, dass Wasser von ca. fünf Zentimetern Höhe über dem Lehm Platz hat. Mit einem Löffeln das ganze ordentlich durchmischen. Einige Stunden stehen lassen und danach sollte man einen Streifenlook erkennen. Denn die einzelnen Substanzen wie Sand oder Ton haben sich zu einzelnen Schichten verbunden. Je höher die Schicht desto mehr enthält der Lehm vom jeweiligen Stoff.

Weitere Lehmprüfverfahren finden Sie hier.