Lehmproben kann man durch verschiedenste Methoden durchführen. Hier gibt es nun einige Beispiele wie das erfolgen kann. Ein Tipp aber gleich zu Beginn: Man sollte den Lehm nicht von der obersten Erdschicht nehmen, denn hier sind meist noch andere Bestandteile wie Wurzeln, Pflanzen oder kleinere Stoffe dabei. Ideal ist es einen halben Meter zu graben und dort dann Proben zu entnehmen.

Haftprobe

Sehr interessant ist die Haftprobe, denn sie gibt wirklich darüber Aufschluss, ob der Lehm in der Bausituation halten würde. Dafür nimmt man einige Ziegelscheine und streicht jeweils eine Schicht eines Lehms darauf. Um zu proben wie gut der Baustoff haftet, stellt man sie in eine senkrechte Position auf. Man wartet zwei Tage und welcher Lehm hier noch vollständig am Ziegelstein klebt, ist bestens als Baulehm geeignet. Denn durch diese Methoden kann man auch teilweise die Probleme oder den Mangel an Bestandteilen herausfinden. Wie etwa zum Beispiel wenn der Lehm nicht lang genug klebt, die Kanten nicht schön aussehen oder die Schicht Risse bekommt.

Kalkgehaltprobe

Auch der Kalkgehalt ist wichtig. Ist er zu niedrig kann es bei Regen oder sonstigem strengen Klima schnell zu Verwitterungen kommen. Idealerweise sollte er bei vier Prozent liegen. Zuerst beginnt man aus Lehm Scheiben zu formen, die dann im weiteren Verfahren getrocknet werden. Mit Hilfe der Verbindung von Lehm und Salzsäure (einige Tropfen reichen) kann folgendes festgestellt werden: Beim Schäumen ist der Kalkgehalt viel zu hoch und übersteigt die ideale Marke. Bei keinem oder nur geringem Schäumen ist die der Gehalt des Kalkes genau richtig.

Ideale Trocknung

Als besonders schwierig stellt sich oft das Trocknen des Lehms heraus. Am besten man prüft das gleich im Vorhinein, indem man gesiebten und feuchten Lehm in drei verschiedene Lage in eine Form gibt. Nach ausreichender Zeit hat sich die Trocknung vollzogen und der Lehm hat sich zusammengezogen. Hier werden dann die Ergebnisse je nach ihrem Größenschwund in vier Gruppen unterteilt: sehr fetter Lehm (um die 10-20 Millimeter), fetter Lehm (6-10 Millimeter), mittelfetter Lehm (4-7 Millimeter) und zu guter Letzt noch der magere, der auch am idealsten ist (nur 2-5 Millimeter Schwund).

Prüfung von Bindung

Wie wenn man mit Plastilin umgeht, kann man auch den Ton so formen, dass dadurch bestimmte Grundeigenschaften getestet werden können. Bei der Bindung etwa formt man eine Rolle aus dem Lehm (Durchmesser so ca. 2-3 Zentimeter und Länge etwa 15 Zentimeter). Danach lässt man sie senkrecht herunterhängen. Wenn sie dabei nicht zerbricht, so ist die Bindung perfekt.

Prüfung von Plastizität

Die Formbarkeit kann man dadurch testen, indem man in dieselbe Rolle eine Kurve macht und das ganze wieder nach unten hält. Zerbricht es beim Halten nicht und bleibt es mindestens 2 bis 3 Minuten intakt, ist die Plastizität in Ordnung.

Tonanteiltest

Wie viel Ton enthält der Lehm? Diese Frage ist schnell beantwortet. Man nimmt eine Lehmkugel in die Hand und streicht mit dem Fingernagel darüber. Glänzt dieser danach sehr stark, dann enthält der Lehm viel Ton. Generell kann gesagt werden: Je mehr er glänzt, desto mehr Ton ist im Lehm enthalten.

Weitere Lehmprüfverfahren finden Sie hier.