Lehmschicht

Weiß man erst einmal um was es sich bei Lehm eigentlich handelt und woraus er entsteht, bleibt noch immer eine wichtige Frage offen. Damit man aber wirklich etwas mit dem Baustoff anfangen kann, sollte man das Wissen noch etwas ausweiten. Will man zum Beispiel ein Haus aus Lehm bauen, sollte man auch wissen, wo er zu finden ist. Natürlich wird man sich mit einer Baufirma verbünden oder für kleinere Bauvorhaben in den nächsten Baumarkt gehen um an den Rohstoff zu kommen, aber grundsätzliches Wissen ist nie zu verachten. Kommt es beim Bau etwa zu Problemen wie Rissen oder lockeres Erdwerk, dann kann man die Lage mit den richtigen Informationen gut einschätzen.

Eine interessante Frage wäre in diesem Zusammenhang, ob Lehm einfach zu finden ist. Diese Frage zu beantworten ist sehr rasch geschehen, denn es ist ein eindeutiges Ja. Sieht man sich den Aufbau der Erde an, ist ein großer Teil davon aus Lehm. Speziell die Erdkruste besteht fast ausschließlich daraus. Es fand vor Jahrtausenden von Jahren nämlich eine Verwitterung der einzelnen Stoffe statt und hat sich daraufhin zu Lehm vermischt.

Deutschland

Speziell das mitteleuropäische Gebiet ist sehr reichhaltig mit diesem Erdboden bedeckt. Ein Paradebeispiel ist hierfür Deutschland. Man kann eigentlich kein Gebiet benennen, in denen es überhaupt keine Vorkommen gibt. Am wenigsten findet man am Mittelrhein, in den Mittelgebirgen oder am Rand der Alpen. Eine weitere Ausnahme bildet das Heidegebiet. Denn hier sind die Böden sehr sandhaltig. Die ideale Mischung des Lehms ist mit fünfzig Prozent Sand benannt. In diesen Gebieten ist die Zahl viel höher.

Ist man sich nicht sicher, ob man sich gerade auf einem Lehmboden befindet oder nicht, braucht man nur bis zum nächsten Regen abwarten. Sobald man Wasserpfützen auf einem Untergrund sieht, kann man sich sicher sein. Denn der Lehm speichert das Wasser sehr lange und deshalb braucht es auch einige Zeit bis es unter die Erdoberfläche kommt.

Österreich

In Österreich ist vor allem die Region Niederösterreich das Mekka des Lehms. Im Bezirk Melk gibt es zum Beispiel viele Gemeinden, die ihren kulturellen Reichtum dem damaligen Handel mit Lehm zu verdanken haben. Heute hat der Lehm vor allem für den Weinbau eine große Bedeutung. Denn auf Lehmboden gedeihen ganz andere Weine als beispielsweise auf Sandböden. Krems- und Kamptal sind hier als Beispiele zu nennen Aber auch in den steirischen und burgenländischen Gebieten spielen der Lehm und der Löß eine wichtige Rolle.

Europa

Europaweit wäre vor allem die italienische Hauptstadt Rom zu nennen. Allerdings hat der Lehm auch einen negativen Beigeschmack. Er ist ein Boden, der gegenüber Erdbeben nicht sehr resistent ist. Deshalb ist Rom auch durchaus gefährdet, eines Tages von einem schweren Erdbeben zerstört zu werden.

Weltweit

Außerhalb Europas nehmen die Lehmböden aber auch nicht ab. Ganz im Gegenteil werden dort heute noch fleißig mit Lehm Häuser gebaut. Somit lebt fast die Hälfte der Weltbevölkerung in Häusern und Gebäuden, die aus dem Baustoff Lehm gemacht wurden. Das hat vor allem den Grund, weil Lehm sehr billig ist und da er sowieso vorhanden ist, in vielen Fällen gar nichts kostet.