Lehmziegel

Die Form des Lehmbaus, die heute wieder ein Revival erlebt, ist jene der Lehmziegel. Viele Unternehmen und Fabriken haben sich auf die Produktion und den Einsatz als Baustoff beim Hausbau spezialisiert. Auch wenn man heute viele Vorteile davon schätzt, ist es keinesfalls eine Erfindung der letzten Jahrzehnte. Die Geschichte dieses Baustoffes hat viele Jahre auf dem Buckel und hat sich auch in viele verschiedene Richtungen entwickelt. So ist es auch nicht überraschend, dass sich diese Art der Architektur nicht kontinuierlich nur auf einem Punkt der Erde entwickelt hat, sondern in vielen verschiedenen Plätzen seine Ursprünge hat. Denn viele Völker kamen darauf, dass der bloße Einsatz von Lehm ohne ihn in irgendeine Form zu gießen, nicht sehr zweckmäßig ist. Denn so ist die Bauweise weder wärme- oder kälteabweisend, noch recht wiederständig gegen verschiedene Naturgewalten. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass sowohl im Westen der Erdkugel, also in Amerika, als auch im Osten, in China, Lehmziegel eingesetzt wurden.

Zwei verschiedene Lehmziegel

Außerdem gibt es zwei verschiedene Arten von Lehmziegel. Einerseits sind das die gebrannten und andererseits die ungebrannten Lehmziegel. Die letzere Art wird auch als Adobe bezeichnet. Der Ausdruck kommt aus den Spanischen bzw. dem Arabischen. Verschiedene Pyramiden in Amerika, zum Beispiel jene der Inka oder Maya gelten als die größten Adobe-Bauwerke der Welt.

Heute gibt es auch die Möglichkeiten alten Baustoff zu recyceln. Indem man die Ziegel von Mörtel und Putz befreit, sollte ein Weiterverarbeiten kein Problem mehr sein. Somit fällt beim Abtragen eines alten Gebäudes nicht so viel Abfall und für das eigene Bauvorhaben spart man eine Menge Geld.

Häufig werden die Lehmziegel aber nicht nur aus dem Material Lehm hergestellt, sondern auch Stoffe wie Stroh, Tierkot oder Sand verwendet. Beim Mischverhältnis sollte man aber einige Formeln beachten. Hat man zum Beispiel zu viel Sand der Masse beigefügt, zerfällt der Ziegel schnell. Hingegen ist ein zu viel am eigentlichen Bestandteil Lehm schlecht, da es leicht brüchig wird. Im Folgenden soll eine kurze Beschreibung gegeben werden, wie Lehmziegel produziert werden.

Die Produktion

Zunächst braucht man eine geeignete Form. Das industrielle Maß für diese Ziegel beträgt 7,1 x 12 x 24 Zentimeter. Oft bestehen die Formen heute noch aus Holz. Früher wurde das Ganze noch mit Hand gemacht, wobei ein Mensch bei einer solchen Arbeit rund 150 Stück pro Tag produzieren konnte. Heute wird es aber größenteils nur mehr industriell erzeugt.

Anfangs stehen große Betonmischer bereit, die den Grundstoff Lehm enthalten. Ein wenig Stroh verhilft dem Ziegel später zu seiner richtigen Konsistenz, außerdem ist es der Hauptgrund, wieso dieses Baumaterial oft als so wärmedämmend beschrieben wird. Natürlich darf auch das Wasser nicht fehlen, denn ansonsten ergibt sich keine geschmeidige Masse, die sich in die Form gießen lässt. Zuerst kann die Form noch ein wenig angefeuchtet werden, dann hat man später beim Herausnehmen nicht so viele Probleme. Um löchrige Ziegel später zu verhindern, sollte die Masse auch fest in der Form sitzen. Das Glätten ist ein Prozess, der alle Ziegel von der Größe gleich werden lässt. Danach muss man nur noch warten und nach drei Monaten trocknen, sollten die Ziegel einsatzbereit sein. Jedoch sollte sie nicht in der prallen Sonne liegen, das lässt sie nämlich schneller brüchig werden. Besser man lässt sie an einem schattigen Plätz trocknen.