Lehm wird von vielen Seiten aufs Möglichste hochgelobt und hochgepriesen. Allerdings sollte man aber nicht vergessen, dass alles Gute auch seine Schattenseiten hat. Die hier folgenden Nachteile sollen einerseits aufzeigen, dass man auch Dinge in Kauf nehmen muss, wenn man sich für ein Lehmhaus entscheidet und andererseits Beispiele aufzeigen, die Besitzer eines Lehmhauses als negativ einstufen. Das muss natürlich nicht heißen, dass diese Nachteile durch die Bank bei jedem Lehmhaus auftreten. Aber es sind Erfahrungen und Probleme, die auftreten können.

Zu Beginn gleich einmal ein Sprichwort, das besagt wie man es beim Bau angehen sollte:

"Ein Lehmhaus braucht immer einen guten Hut und einen guten Stiefel."

In dieser Weisheit wird also darauf hingedeutet, dass der Untergrund und das Dach wichtig sind, denn sie bilden unter anderem die Basis, damit der Lehm gut sitzt.

Lehm ist auf Feuchtigkeit sehr empfindlich, besonders während des Bauverfahrens. Deshalb ist diese Bauweise in Regionen, in denen es sehr viel Niederschlag und Regen gibt, nicht zu empfehlen. Hier könnte man das Dilemma durch eine herkömmliche Bauweise, die mit Teilen von Lehm angereichert wurde, lösen. Oder man verwendet Lehm dann für die Gestaltung der Innenräume und -wände.

Hohe Trockenzeit

Daraus resultiert auch, dass der Lehm hohe Trockenzeiten hat. Er braucht zumindest ein oder zwei Wochen um völlig ausgehärtet zu sein. Das muss man natürlich einkalkulieren, denn in dieser Periode sollte es möglichst keinen oder wenig Niederschlag geben.

Genauso wie mit der Feuchtigkeit hat der Lehm auch mit extremer Kälte ein Problem. Bei hohen Minusgraden kann es in den Wänden zu Frostsprengungen kommen. Denn die Kälte verursacht kleine Risse im Gestein, hier dringt dann die Feuchtigkeit ein und vergrößert die Risse stetig.

Das Hantieren mit dem Baustoff ist nicht einfach. Hauptgrund ist, da sich die Konsistenz ständig verändert. Im nassen Zustand vermehrt er sich, während er beim Trocknen kontinuierlich an Volumen verliert. Die Berechnungen vor dem Bau sind deshalb äußerst wichtig.

Schlecht gesetzlich geregelt

Genauso gut wie das Verwenden von Lehm stets eine Überraschung bereit halten kann, ist die Bauweise gesetzlich auch nicht gut geregelt. Es gibt so gut wie keine Normungen. Das hat den Vorteil darin, dass man freie Hand beim Bauen hat, aber andererseits gibt es auch wenige Hilfestellung im Falle von Problemen.

Die Dämmung sollte nicht unterschätzt werden, denn sie ist ausschlaggebend, ob die Regulierung in den Innenräumen wirklich so gut funktioniert. Für die erste Dämmung mit Lehm können weitere Substanzen beigemischt werden und dann muss zusätzlich noch eine herkömmliche Dämmung gebaut werden.

Viele Bauherren berichtet auch von einem geringen Wiederverkaufswert. Allerdings handelt es sich hierbei um Häuser älterer Generationen. Denn seit den 80er/90er Jahren gibt es einen Boom bei dieser Bauweise und die Lehmhäuser werden stark nachgefragt.

Wählt man eine Bauvariante mit Holz, also die Stützen sind aus Holz, dann konserviert der Lehm diesen hervorragend. Allerdings kann er nicht vor dem Schädlingsbefall schützen. Das passiert bei Bauweisen mit Holz leider aber sehr oft. Diesem Risiko sollte man sich bewusst sein.