Die Entscheidung für oder gegen Lehm, fällt vielen nicht einfach. Am Anfang stehen oft Zweifel, ob dieses umweltfreundliche Baumaterial überhaupt konkurrenzfähig ist und den handelsüblichen Ziegeln den Rang ablaufen kann. Aber beschäftigt man sich erst einmal intensiver mit dem Lehm, wird man von den vielen Vorteilen und Möglichkeiten auf jeden Fall überrascht sein. Aber alleine mit dem Wunsch, ein Lehmhaus auf die Beine zu stellen, ist es nicht getan. Man benötigt neben dem Budget oder allenfalls einer Kreditfähigkeit bei der Bank auch den Partner seines Vertrauens. Schließlich will man nicht irgendwen mit einem solchen Bauprojekt beauftragen. Es sollte sich doch möglichst um einen kompetenten Partner handeln, der in der Qualität und vielleicht auch mit dem Preis seiner Arbeit überzeugt. Am effizientesten ist es bestimmt, wenn einem ein Unternehmen empfohlen wird. Vielleicht haben Freunde im eigenen Bekanntenkreis bereits ein solches Haus gebaut und können von der Baufirma nur Positives berichten? Einem solchen Hinweis vertraut man doch auf jeden Fall, denn hier handelt es sich bereits um die Praxis. Aber was tut man, wenn man diesen persönlichen Tipp und ein Fachwissen nicht zur Verfügung hat? Einfach die erstbeste Baufirma mit Spezialisierung auf Lehm auswählen? Nein, besser ist es man wendet sich an Fachverbände.

Deutschsprachige Verbände

Im deutschsprachigen Raum existieren sogar einige Verbände, die sich nur mit Lehm beschäftigen. Bereits 1992 wurde der „Dachverband Lehm e. V.“ gegründet und er war in Deutschland somit der Vorreiter dieser Idee. Aber ganz anders als es etwa bei Gewerkschaften oder Fachschaften ist, handelt es sich um einen gemeinnützigen Verein, der nicht auf Gewinnerzielung aus ist. Mit den Jahren hat man sich in dem Bereich etabliert und so genannte Lehmbau-Regeln für die Branche aufgestellt. Auch der Beruf der Fachkraft für Lehmbau wurde genau definiert und ist heute vielen ein Begriff. Man arbeitet vor allem mit dem Medium Internet und auf der eigenen Plattform können Informationen von allen Seiten ausgetauscht werden. Sowohl Interessierte und Anbieter kommen auf einer Webseite zusammen. Man kann Informationsmaterial über die Bauweise herunterladen als auch sich über neue Techniken und Errungenschaften informieren. Um die Verbreitung des natürlichen Baustoffes voranzutreiben, werden öfters Kampagnen geschaltet. Genauso gut wird die Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich weiter fokussiert. Dass sich auch Wissenschaftler und Spezialisten mit dem Thema vermehrt beschäftigen, kann man an zahlreichen Fachveröffentlichungen sehen. Einige davon werden auch regelmäßig auf die Webseite gestellt. Zu guter Letzt finden auch Tagungen zu den aktuellen Entwicklungen statt.

Lehmbau Süd

Die Erläuterungen zum „Dachverband Lehm e. V.“ war ein Beispiel von vielen. Denn im deutschsprachigen Raum existieren immer mehr dieser Zusammenschlüsse. In dieselbe Kategorie gehört auch der deutsche „Lehmbau Süd“. Allerdings ist der Verein nicht in ganz Deutschland tätig, sondern hat sich vor allen auf den süddeutschen Raum spezialisiert. Dadurch bestehen auch viele Verbindungen zu österreichischen Lehmbaubetrieben. Das Ziel ist aber im Wesentlichen dasselbe: Nämlich den Baustoff wieder stärker zu verbreiten und bekannt zu machen und den Anteil der Lehmhäuser stetig zu steigern. Dies kann eben nur durch erfolgreiche Informationskampagnen passieren. Aber auch die Mundpropaganda ist ein starkes Mittel um noch zweifelnde Personen von den Vorteilen zu überzeugen.